Biden ruft zur Aufhebung von Impfstoff-Patenten auf

Es folgen aktuelle Entwicklungen rund um die Virus-Pandemie:

20.45 Uhr - Vor einem Treffen der Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) ruft US-Präsident Joe Biden die Staaten dazu auf, Rechte zum Schutz geistigen Eigentums an Corona-Impfstoffen aufzuheben. Zur Begründung verweist Biden auf die in Südafrika entdeckte neue Variante des Corona-Virus. "Die heutige Nachricht unterstreicht, wie wichtig es ist, das anzugehen."

20.05 Uhr - Die USA beschränken ab Montag die Einreise aus Südafrika, Botswana, Simbabwe, Namibia, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Malawi. Flüge werden aber nicht grundsätzlich verboten, wie ein ranghoher Regierungsvertreter erläutert. Auch seien US-Staatsangehörige und Personen mit Aufenthaltsgenehmigungen nicht betroffen. Die Maßnahmen werden aus Sorge wegen der neuen, zuerst in Südafrika entdeckten Virusvariante ergriffen.

19.48 Uhr - Paris kehrt zur Maskenpflicht im Freien zurück. Bei Zusammenkünften in der Öffentlichkeit, auf Festivals, Großereignissen und Märkten sowie beim Schlangestehen müssen Masken getragen werden, wie die Polizei mitteilt.

19.35 Uhr - Die Türkei schließt ihre Grenzen für Reisende aus Südafrika, Botswana, Mosambik, Namibia und Simbabwe. Das Gesundheitsministerium begründet die Maßnahme mit dem Auftreten der neuen Virusvariante.

19.22 Uhr - Der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte ordnet einen nächtlichen Lockdown an. Ab Sonntag müssen Bars, Restaurants und Geschäfte zwischen 17.00 Uhr und 5.00 Uhr schließen, sagt er auf einer Pressekonferenz in Den Haag. Als weitere Maßnahme wird zudem eine Maskenpflicht in weiterführenden Schulen beschlossen.

19.06 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation WHO stuft die zuerst in Südafrika entdeckte neue Virusvariante als besorgniserregend ein. Sie erklärt, dass der neuen Variante B.1.1.529 der griechische Buchstabe Omikron zugewiesen worden sei.

18.40 Uhr - Die Schweiz verbietet angesichts des Auftretens einer neuen Virusvariante alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas für unbestimmte Zeit. Bei der Einreise aus der Region Südafrika, aus Hongkong, Israel und Belgien müssen zudem alle Personen ab 20.00 Uhr einen negativen Corona-Test vorlegen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilt. Eine Einreise aus diesen Ländern sei für Personen, die nicht Schweizer Bürgerinnen oder Bürger seien oder über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz oder im Schengenraum verfügten, nicht mehr möglich. Bisher sei die neue Variante in der Schweiz nicht nachgewiesen worden.

18.35 Uhr - In Deutschland ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums die neue Corona-Variante bislang nicht nachgewiesen worden. Es sei davon auszugehen, dass die Verbreitung der neuen Variante bereits deutlich größer sei als die bekannten Fälle in Südafrika, Botswana, Hongkong, Israel und Belgien. Unklar sei, ob die Wirkung von Impfstoffen geringer sei. Entsprechende Laboruntersuchungen hätten begonnen. "Das Mutationsprofil deutet jedoch darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss." Unklar sei auch, ob die neue Variante krankmachender sei.

18.12 Uhr - Marokko verhängt ein Einreiseverbot für Reisende aus Südafrika, Botswana, Namibia, Lesotho, Eswatini, Mosambik und Simbabwe. Anlass ist das Auftreten einer neuen Coronavirus-Variante in Südafrika, wie das Außenministerium mitteilt.

18.05 Uhr - Saudi-Arabien setzt Flüge von und nach Südafrika, Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Lesotho und Eswatini aus. Grund seien Bedenken wegen der Ausbreitung des Coronavirus, meldet die staatliche Nachrichtenagentur SPA.

17.58 Uhr - Ein Gesundheitsexperten-Ausschuss mit Vertretern aus allen 27 EU-Mitgliedstaaten hat sich nach Angaben der slowenischen EU-Ratspräsidentschaft darauf verständigt, dass sämtlicher Reiseverkehr aus dem südlichen Afrika in die Europäischen Union vorläufig ausgesetzt werden müsse. Grund ist das Auftreten einer neuen Coronavirus-Variante. In EU-Kreisen hieß es, die Einschränkungen würden neben Südafrika auch für Botswana, Eswatini, Lesotho, Mosambik, Namibia und Simbabwe gelten.

17.32 Uhr - Russland führt ab Sonntag neue Reiseeinschränkungen für Ausländer aus einigen afrikanischen Ländern sowie aus Hongkong ein. Die Corona-Taskforce des Landes begründet dies mit dem Auftreten der neuen Virusvariante B.1.1.529, die in Südafrika entdeckt worden war. Die Taskforce ergänzt, dass die neue Variante in Russland noch nicht nachgewiesen worden sei.

17.29 Uhr - Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla kritisiert die Reaktion mehrerer europäischer Staaten auf das Auftreten einer neuen Coronavirus-Variante in seinem Land als ungerechtfertigt. Dass einige Länder Reiseverbote verhängten, laufe vollkommen zuwider der Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO. Südafrika verhalte sich transparent. Gleichzeitig räumt Phaala ein, dass die Variante vorläufigen Studienerkenntnissen zufolge womöglich leichter übertragbar sei.

14.26 Uhr - In Belgien wird die neue Variante des Corona-Virus erstmals in Europa nachgewiesen. Eine Untersuchung habe gezeigt, dass es sich um die zunächst in Südafrika aufgetauchte Variante B.1.1.529 handele, twittert der bekannte Virologe Marc Van Ranst. Sie stamme von einem Reisenden, der am 11. November aus Ägypten zurück nach Belgien gekommen sei und am 22. November erste Symptome gezeigt habe.

14.10 Uhr - Die Corona-Pille Molnupiravir des US-Pharmakonzerns Merck & Co. (MRK) hat in einer neuen Studie eine geringere Effizienz zur Vermeidung einer Hospitalisierung und von Todesfällen gezeigt. Das Risiko, aufgrund von Corona nach Einnahme der Tablette im Krankenhaus zu landen oder zu sterben sei mit dem Medikament 30 Prozent niedriger, teilte Merck mit. Vorläufige Daten im Oktober jedoch hatten auf ein um 50 Prozent verringertes Risiko hingedeutet.

14.02 Uhr - In Belgien werden zwei auffällige Coronavirus-Proben untersucht. Dabei soll festgestellt werden, ob es sich um die neue Variante handele, die zuerst in Südafrika entdeckt worden sei, twittert der bekannte Virologe Marc Van Ranst. Die Proben seien auffällig, weil es sich bei ihnen nicht um die Delta-Variante des Virus handele, sagt er Reuters. Die Ergebnisse der Untersuchungen sollten noch am Freitagnachmittag vorliegen.

13.40 Uhr - Die Weltorganisation für Tourismus (UNWTO) dringt auf rasche und einheitliche Entscheidungen über Reisebeschränkungen wegen der neuen Virus-Variante. "Meine Empfehlung ist, Entscheidungen heute und nicht nach einer Woche zu treffen", sagt der Generalsekretär der UN-Organisation, Surab Pololikaschwili. Wenn die Variante sich weiter so ausbreite, wie es zu erwarten sei, werde es spät sein für Beschränkungen. Die Staaten müssten bei der Ausarbeitung von Reisebestimmungen den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) folgen.

13.25 Uhr - Die WHO ruft angesichts der von vielen Staaten verhängten Reisebeschränkungen für das südliche Afrika zur Zurückhaltung auf. Sie sollten nicht vorschnell solche Maßnahmen wegen der neuen Corona-Variante verhängen, sagt ein WHO-Sprecher. Es dauere mehrere Wochen, die Übertragbarkeit der Variante B.1.1.529 und die Wirksamkeit von Impfstoffen festzustellen. "Wir wissen noch nicht viel darüber", sagt die technische Leiterin für Corona bei der WHO, Maria van Kerkhove. "Was wir wissen, ist, dass die Variante eine große Anzahl von Mutationen aufweist." Es bestehe die Sorge, dass dies das Verhalten des Virus beeinflussen könne.

13.10 Uhr - Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke ist offen für eine vorgezogene Ministerpräsidentenkonferenz, aber nur mit Beteiligung von Vertretern der neuen Bundesregierung. "Es wäre sinnvoll, mit der alten und mit der kommenden neuen Bundesregierung eine solche MPK abzuhalten", sagt der SPD-Politiker bei RTL/ntv. Dabei müsse über "zusätzliche Maßnahmen" gesprochen werden. Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher kann sich auch einen flächendeckenden Lockdown vorstellen. "In einer Pandemie ist nichts ausgeschlossen", sagt der SPD-Politiker bei Welt.

12.50 Uhr - Die neue Virus-Variante B.1.1.529 hat sich nach Einschätzung des britischen Gesundheitsministers Sajid Javid sehr wahrscheinlich bereits über Südafrika und Botswana hinaus in andere Länder verbreitet. Sie sei in Hongkong bei einer Person nachgewiesen worden, die aus Südafrika eingereist sei, sagt er vor dem Parlament. Weitere Fälle seien in Südafrika und Botswana nachgewiesen worden. "Großbritannien war das erste Land, das die potenzielle Bedrohung dieser neuen Variante erkannt und internationale Partner gewarnt hat."

12.40 Uhr - Die Ausfuhr von Covid-19-Impfstoffen aus der Europäischen Union muss im kommenden Jahr nicht mehr genehmigt werden. Die EU-Kommission kündigt an, der entsprechende Exportkontrollmechanismus werde ab Januar eingestellt und durch ein Überwachungssystem ersetzt. Hersteller von Impfstoffen müssten dann aber keine Genehmigung für eine Ausfuhr mehr einholen.

11.48 Uhr - Der Große Zapfenstreich der Bundeswehr für die scheidende Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Donnerstag findet nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert unter strikten Corona-Auflagen statt. Es werde nur eine sehr begrenzte Zahl an Gästen geben und keinen Empfang, sagt er.

11.35 Uhr - Die Entwicklung der Corona-Pandemie ist aus Sicht von Italiens Notenbankchef Ignazio Visco erneut ein erheblicher Grund zur Sorge. Die Folgen für die Volkswirtschaften seien schwer voraussehbar, sagt das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Unsicherheit bleibe hoch. Der neue Anstieg der Infektionszahlen in Europa und in anderen Ländern habe die Nach-Covid-Perspektive zurückgedrängt.

11.01 Uhr - Israel steht laut Ministerpräsident Naftali Bennett vor einem staatlichen Notstand. "Unser wichtigster Leitfaden ist: schnell, stark und unmittelbar zu handeln", sagt Bennett vor einem Treffen mit Experten, bei der über eine Reaktion auf die neue Virus-Variante gesprochen werden sollte.

10.58 Uhr - Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert das Prozedere für Impfungen in Deutschland. Er schätze die Arbeit und die Expertise der Ständigen Impfkommission (Stiko) sehr, sagt Spahn in Berlin. Es sei aber zu hinterfragen, ob dieses Vorgehen auch in einer Pandemie und einer Gesundheitskrise das Richtig sei. Diese Frage müsse "auf jeden Fall eine Prüfung und Veränderung unterzogen werden". Dies sei völlig vorwurfsfrei gemeint.

10.56 Uhr - Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn relativiert die Bedeutung des von den Ampel-Parteien angekündigten neuen Corona-Krisenstabes. Es gebe bereits zahlreiche Gremien und Abstimmungen zwischen Bund und Ländern. Einer der Krisenstäbe tage kommende Woche zum 99. Mal, sagt Spahn. "Ich habe aktuell nicht den Eindruck, dass Entscheidungen mangels wissenschaftlicher Grundlage nicht getroffen werden", fügt er mit Hinweis auf das ebenfalls angekündigte neue Expertengremium im Kanzleramt hinzu. Es brauche jetzt "politische Verantwortungsübernahme" für Entscheidungen. "Wir haben alle Daten, um sachgerecht zu entscheiden", betont auch RKI-Präsident Lothar Wieler.

10.50 Uhr - Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert die Debatte über eine Impfpflicht. "Wir haben jetzt eine Woche lang jeden Tag hoch und runter eine Impfpflicht diskutiert", sagt Spahn in Berlin. "Das kann man alles machen, aber das ist nicht das Thema dieser Tage." Das Thema dieser Tage sei, "wie wir diese Welle brechen".

10.45 Uhr - Die CDU wird ihren Parteitag am 21. und 22. Januar wegen der Corona-Lage nur digital stattfinden lassen. Das habe der Bundesvorstand beschlossen, teilt die Partei mit.

10.42 Uhr - In Deutschland wächst einer Umfrage zufolge die Zustimmung der Bevölkerung zu einer Impfpflicht. 69 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, dass sich alle gegen Covid-19 impfen lassen müssen, wie eine Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer ergibt. 29 Prozent lehnen eine Impfpflicht ab. Im Juli zeigte sich ein umgekehrtes Bild. Damals befürworteten nur 33 Prozent eine allgemeine Impfpflicht, 64 Prozent waren dagegen.

10.41 Uhr - RKI-Präsident Lothar Wieler beglückwünscht all diejenigen, die ihre Booster-Impfung bereits haben. Diese Menschen seien "deutlich besser geschützt", sagt Wieler in Berlin. Gleichwohl sollten sich auch die Menschen mit Auffrischungsimpfung an alle geltenden Auflagen halten. Man wisse noch nicht genau, ob sich auch geboosterte Personen infizieren können, sagt Wieler. Im übrigen sei dies aber auch eine Frage der Solidarität.

10.39 Uhr - Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Deutschen sind einer Umfrage zufolge der Auffassung, dass nicht genug für den Schutz gegen das Coronavirus getan wird. 31 Prozent halten das für ausreichend, wie eine Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer ergibt. Danach plädieren 52 Prozent dafür, dass die aktuellen Maßnahmen verschärft werden müssten, während 15 Prozent sie bereits für übertrieben halten. 30 Prozent der Befragten werten die gegenwärtigen Maßnahmen als gerade richtig. Große Zustimmung (83 Prozent) erhalten die 3G-Regeln am Arbeitsplatz, wonach Beschäftigte, die weder geimpft noch genesen sind, täglich einen negativen Corona-Test vorlegen müssen. 16 Prozent lehnen diese Regel ab. Dass für Nicht-Geimpfte besonders starke Einschränkungen gelten, halten 76 Prozent der Befragten für richtig, 22 Prozent für falsch.

10.37 Uhr - Angesichts der neuen Coronavirus-Variante kündigen die Niederlande den Stop von Flügen aus Südafrika an. Italien verbietet die Einreise von Menschen, die in den vergangenen 14 Tagen in Ländern im südlichen Afrika waren. Ähnliches kündigt Tschechien an. Die EU hatte bereits angekündigt, den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika kappen zu wollen.

10.36 Uhr - Das öffentliche Leben in Deutschland sollte "weitestgehend zurückgefahren" werden, fordert der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn. Krankenhäuser wie die Charité seien voll mit Corona-Patienten, aber gleichzeitig fänden Weihnachtsmärkte statt. "Das passt einfach gerade nicht in die Zeit", fügt der CDU-Politiker hinzu.

10.32 Uhr - Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn bittet Reisende aus Südafrika, sich mit einem PCR-Test testen zu lassen. Da die Einschätzung als Virusvariantengebiet mit der Quarantäne-Auflage erst ab heute Nacht greife, appelliere er an Personen, die heute oder vor einigen Tagen aus Südafrika angekommen seien, sich freiwillig testen zu lassen.

10.29 Uhr - RKI-Präsident Lothar Wieler äußert sich beunruhigt wegen der in Südafrika aufgetretenen neuen Virusvariante. "Wir sind tatsächlich in sehr großer Sorge", sagt Wieler in Berlin. Bislang sei nach seiner Kenntnis aber noch kein Fall in Deutschland oder Europa festgestellt worden. Er ergänzt, die Gefährlichkeit könne noch nicht eingeschätzt werden.

10.19 Uhr - Der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn fordert ein schnelles Treffen der Ministerpräsidenten. Es sei falsch, angesichts der schwierigen Lage zehn Tage zu warten, sagt der CDU-Politiker. Der Übergang von der bisherigen zur neuen Regierung dürfe nicht zu Verzögerungen bei der Corona-Bekämpfung führen. Nun müssten alle Verantwortlichen zusammenstehen.

10.15 Uhr - RKI-Präsident Lothar Wieler appelliert, jetzt alles zu tun, um die vierte Welle zu brechen. Er verweist darauf, dass bereits mehr als 100.000 Menschen in Deutschland seit Beginn der Pandemie ihr Leben verloren hätten. "Wie viele Menschen müssen denn noch sterben?" fragt Wieler. "Was muss denn noch geschehen", damit alle daran mitwirken, das Virus zu bekämpfen?"

10.12 Uhr - Nach Angaben von Gesundheitsminister Jens Spahn stehen mit den Auslieferungen diese und kommende Woche 18 Millionen Corona-Impfdosen für Impfungen zur Verfügung. Jede fünfte Person über 60 Jahre habe mittlerweile eine Auffrischungsimpfung, fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung, sagt er. Die Impfkampagne ziehe an. Dies sei in einer sehr schwierigen Corona-Lage ein positives Zeichen.

10.07 Uhr - Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußert sich besorgt. "Die Lage ist dramatisch ernst, so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie", sagt Spahn in Berlin. Vor zwei Wochen habe er noch gesagt, es sei fünf nach zwölf, vor einer Woche sei es zehn nach zwölf gewesen. "Es ist mittlerweile halb eins, aber der Weckruf ist noch nicht überall angekommen", sagt Spahn.

10.02 Uhr - Die Lufthansa (LHA)-Group lässt Flüge nach Südafrika trotz der bevorstehenden Verschärfung von Corona-Reisebeschränkungen im Programm. "Wir beobachten die Situation sehr aufmerksam", sagte ein Lufthansa Sprecher. Die Kernmarke Lufthansa fliegt derzeit 17 mal pro Woche nach Südafrika, die Schweizer Töchter Swiss und Edelweiss bieten zusammen neun Verbindungen an. Auch Frachtflüge von Lufthansa Cargo werden weiter betrieben. An der Börse brach der Kurs von Lufthansa-Aktien ein, da wegen des Auftretens neuer Virusvarianten scharfe Reisebeschränkungen drohen.

10.00 Uhr - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruft für den Mittag (MEZ) ein Expertentreffen wegen der neuen Corona-Variante aus Südafrika ein. Es müsse entschieden werden, ob die bislang B.1.1.529 genannte Variante als eine "interessante Variante" oder als "besorgniserregende Variante" eingestuft werden solle, sagt ein WHO-Sprecher. Auch solle der Zeitplan für die laufenden Studien überprüft werden. Fast 100 Sequenzen der Variante seien bekannt. Eine frühere Analyse zeige, dass sie eine große Anzahl von Mutationen aufweise. Dies müsse genauer untersucht werden.

09.47 Uhr - Das Bundesgesundheitsministerium bestätigt Reuters-Informationen, wonach Deutschland Südafrika und gegebenenfalls Nachbarländer zum Virusvariantengebiet erklärt. Die Regelung trete in der Nacht in Kraft, teilt das Ministerium mit. In der Folge dürften Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Es gelte nach Ankunft 14 Tage Quarantäne für alle, auch für Geimpfte. Minister Jens Spahn erklärt: "Wir waren, sind und bleiben bei der Einreise vorsichtig. Diese neu entdeckte Variante besorgt uns, daher handeln wir hier pro-aktiv und frühzeitig. Das letzte, was uns jetzt noch fehlt, ist eine eingeschleppte neue Variante, die noch mehr Probleme macht."

08.50 Uhr - Die Europäische Union will den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika kappen angesichts der wachsenden Besorgnis über eine neue Corona-Variante. "Die Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika aufgrund der besorgniserregenden Variante B.1.1.529 einzustellen", twittert EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.

08.42 Uhr - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke will sich nicht auf mögliche weitere Beschränkungen zur Eindämmung der Pandemie festlegen. Eine solche Dynamik in der Virus-Ausbreitung wie derzeit habe es noch nicht gegeben, sagt der SPD-Politiker im Deutschlandfunk. Deshalb könne er nichts ausschließen. Er sei aber kein Freund einer Impfpflicht und setze vielmehr darauf, dass angesichts der sich derzeit zuspitzenden Lage doch noch viele Menschen von einer Impf-Notwendigkeit überzeugen ließen.

08.24 Uhr - Der britische Verkehrsminister Grant Shapps sagt, die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante werde von Wissenschaftlern als die bislang bemerkenswerteste entdeckte Variante betrachtet. Es müsse festgestellt werden, ob sie Impfstoffe unwirksam mache oder nicht. Die Variante mit dem Namen B.1.1.529 habe ein Spike-Protein, das sich dramatisch von dem der ursprünglichen Variante unterscheide, gegen die Impfstoffe entwickelt seien. Shapps ergänzt, die Lehre aus Covid sei, dass rasches Handeln dringend nötig sei.

07.51 Uhr - Der geschäftsführende Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) fordert eine rasche Reaktion auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante. "Ich rechne damit, dass wir die Flugkontakte ins südliche Afrika unterbrechen müssen", sagt er in der ARD. Die neue Virusvariante mache ihm große Sorgen. "Die Wissenschaftler sind alle hoch alarmiert."

07.31 Uhr - SPD-Co-Chefin Saskia Esken plädiert nicht für einen Lockdown im Winter, schließt ihn aber auch nicht aus. Jetzt müssten die 2G- und 2Gplus-Regeln angewandt und vor allem kontrolliert werden, sagt sie in der ARD. "Wir sind der Auffassung, dass geimpfte Menschen, die jetzt in den letzten Monaten alles richtig gemacht haben, die sich haben impfen lassen und sich um einen Booster-Termin bemühen, dass wir die nicht in einen Lockdown schicken können, um eben vor allem Ungeimpfte zu schützen." Auf die Frage, ob sie sagen könne, dass es keinen kurzen harten Winter-Lockdown geben könne, sagt Esken: "Ich würde heute, Stand heute und auch schon gestern und vorgestern nichts ausschließen, was wir in die Hand nehmen müssen, welche Instrumente wir in die Hand nehmen müssen, um diese Welle zu brechen."

07.20 Uhr - Auch Indien reagiert auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante: Internationale Reisende aus Südafrika und anderen Ländern sollen konsequent getestet und geprüft werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Hintergrund seien Berichte über die neue Virusvariante mit dem Namen B.1.1.529, der eine hohe Zahl von Mutationen zugeschrieben werde.

07.08 Uhr - In Japan hat die Regierung eine Verschärfung der Grenzkontrollen für Einreisende aus Südafrika und fünf andere afrikanische Länder beschlossen, wie die Nachrichtenagentur Jiji meldet. Hintergrund sei die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante.

06.51 Uhr - FDP-Generalsekretär Volker Wissing ruft die Bundesländer zu raschem Handeln auf. Sie müssten die wichtigsten Kontaktbeschränkungen so schnell wie möglich umsetzen, sagt er im Deutschlandfunk. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz könnten viel schärfere Maßnahmen zur Anwendung kommen, betont Wissing. Diese Möglichkeiten müssten nun ausgeschöpft werden. Die Länder dürften nicht nur nach Berlin schauen "wie in einer Schockstarre". Wissing fordert zugleich, die noch amtierende Bundesregierung müsse nun entscheiden, wie auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante zu reagieren sei. Dazu gehörten auch Maßnahmen im Flugverkehr.

05.45 Uhr - Die Zahl der Corona-Infektionen weltweit liegt derzeit bei 259,61 Millionen Fällen, mehr als 5,4 Millionen Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. Seit dem Auftreten der ersten Fälle in China im Dezember 2019 wurden Infektionen in mehr als 210 Ländern und Territorien gemeldet.

03.45 Uhr - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 76.414 neue Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 23.444 mehr als am Freitag vor einer Woche, als 52.970 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter auf 438,2 von 419,7 am Vortag. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. 357 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Corona-Virus, insgesamt sind es nun 100.476. Bislang fielen mehr als 5,65 Millionen Corona-Tests positiv aus.

02.15 Uhr - Hausärzte werden in der nächsten Woche vermutlich nur die Hälfte der von ihnen bestellten Impfstoffe von Pfizer (PFE) und Biontech (BNTX) erhalten. "Es sieht so aus, dass die Ärzte nur knapp 50 Prozent der vorbestellten Biontech-Impfstoffe in der nächsten Woche bekommen, teilweise sogar weniger als die ursprünglich garantierten 30 Impfdosen", sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Das liege vermutlich daran, dass bei Arztpraxen zugunsten der Impfzentren und öffentlichen Impfteams gespart werde. Sofern die Hausärzte Moderna (MRNA)-Impfstoff bestellt hätten, würden sie diesen aber in vollem Umfang bekommen. "3,9 Millionen bestellte Moderna-Dosen werden ungekürzt ausgeliefert werden können."

01.30 Uhr - Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnt angesichts der stark steigenden Corona-Infektionen vor einer dramatischen Situation in deutschen Kliniken. "Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor", sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Wenn eine Triage-Entscheidung nicht vermieden werden könne, dann werde jeder Patient unabhängig von seiner Herkunft, seiner Religion oder auch der Frage, ob er geimpft sei oder nicht, betrachtet. Sie trete dann ein, wenn Ärzte im Notfall entscheiden müssten, wer den Vorzug bekomme, wenn die Intensivkapazitäten nicht mehr für alle reichten. "Es zählt dann vor allem die klinische Erfolgsaussicht." Um die Kliniken zu entlasten, sollten Patienten auch in andere europäische Länder mit besseren Kapazitäten verlegt werden.

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